Die Freiwillige Feuerwehr „bloggt“. Was heißt denn das nun schon wieder? Der Begriff stammt ursprünglich aus der christlichen Seefahrt. Jeder Kapitän führt ein Log-Buch, ein Tagebuch. „Kapitäne“ im Internet führen das WebLog-Buch, abgekürzt „Blog“. Hier gewähren wir wirklich den Blick hinter die Kulissen. Schreiben Klartext. Mir wird die Ehre zu Teil, den ersten Blog-Beitrag auf unserer komplett runderneuerten Homepage zu schreiben. Unser Chefredakteur (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit FF Mieming), Markus „Mex“ Dullnig, schlug vor: „Schreibe doch mal wie das so läuft, mit einer Internetpräsentation, einer Homepage. Warum wird die alte aktualisiert, wie geht man insgesamt vor, wer macht was etc.?“ Mex fügte noch zum besseren Verständnis halblaut hinzu „aber so, dass es jeder versteht“. Ob mir das gelingt?

Markus „Mex“ Dullnig und Alexander Kranebitter klingelten vor rund einem Jahr an meiner Tür und sagten schon beim Hereinkommen, mit welchem Anliegen sie gekommen waren. Mex: „Gerade heraus – die Feuerwehr braucht eine neue Homepage und wir bitten Dich, uns dabei zu helfen“. So oder ähnlich geht das in vergleichbaren Situationen fast immer. Die bloße Präsenz im Internet, im World-Wide-Web reicht schon längst nicht mehr aus. In Zeiten der iPhones, Smartphones, iPads, Tablet-PCs, Androids, iTabs (Vom Verständnis her, alles noch im grünen Bereich?) wird heute fremd bestimmt, wer und ob jemand mit einer Präsenz vorne ist.

Als vor ein paar Jahrzehnten, der im Feber dieses Jahres verstorbene Hazy Osterwald (1964 Olympia-Orchester in Innsbruck), mit seiner Band den Cha-Cha-Cha „Gehen Sie mit der Konjunktur“ in der damals von Unterhaltung noch nicht sehr verwöhnten schwarz-weißen Medienwelt platzierte, dachte er noch nicht an das Mobil-Telefon und schon gar nicht an PC und Internet. Techniken haben sich seither beständig geändert und mit ihnen der jeweilige Zeitgeist.

Keine Erfindung unserer modernen Welt. Das war immer schon so, zu jeder Zeit. Heute sind Experten mehr denn je gefragt. Keine Sorge, solltet Ihr Euch an dieser Stelle fragen (für Nerds: in Tirol und im Internet duzt man sich), nicht dass die Plaudertasche jetzt noch seitenlang auf die Erfindung des Rades und die damit verbundenen Veränderungen der jeweils zivilisierten Welt eingeht?

Ich denke, wir verstehen uns auch so ganz gut. Ob für die Freiwillige Feuerwehr Mieming, die Musikkapelle, den Badesee oder Mieming-Online, für alle gilt, „wir möchten heute eine repräsentativ aufgestellte Zielgruppe erreichen“. Das geht schon lange nicht mehr nur mit einer „digitalen Visitenkarte“. Die Feuerwehr muss einerseits ihre Mitglieder – ob alt oder jung, technisch wissend oder eher konservativ – auf dem Laufenden halten und andererseits ihre Aktiviäten nach Außen darstellen. Das hat auch etwas mit Marketing zu tun. Jeder Verein muss sich heute in gewissem Umfang „vermarkten“, denn allein von Mitgliedsbeiträgen wird er sich finanziell sehr schnell ins klassiche „Aus“ manövrieren.

In aller Sachlichkeit und auf einen Nenner gebracht: Unsere Feuerwehr will Mitglieder erreichen, Einsatz-Nachrichten so schnell wie möglich veröffentlichen und Sympathieträger sein. Um diesem Anspruchsdenken einigermaßen gerecht zu werden, spielt das Internet inzwischen eine kaum mehr wegzudenkende Funktion. Aber nur dann, wenn Zielgruppen erreicht werden.

Dazu gehören selbstverständlich begleitend auch sogenannte soziale Netzwerke, wie Facebook, Google+, Twitter und viele andere, eine unerlässliche Rolle. Will man es richtig machen. Unsere Feuerwehr sagt – ohne Ausnahme – genau das wollen wir. Es richtig machen.

Im Grunde habe ich die Motivation für den Umstieg auf die „eierlegende Wollmilchsau“ – nämlich eine tolle Homepage, die alle erreicht, ob modern denkend oder unmodern, schon erklärt.

Was folgt sind viele Gespräche über Technik, Gestaltung, Datenbanken, Hosting, Arbeitsteilung, Verantwortlichkeit, Sicherheit etc. Da zieht schon mal locker ein Jahr ins Land, denn die Beteiligten sind allesamt (ich auch) Ehrenamtliche und wollen noch in ihren Berufen erfolgreich sein. Wir engagieren uns privat und honorarfrei für unsere Gemeinde, wie die Musikkapelle, die Bergrettung, das Rote Kreuz, Altenbetreuer, Lehrer, Kinderbetreuer und all die anderen, nicht Aufgezählten. Für mich hat der Umstand, dass Geld keine Rolle spielt (weil für solche Projekt ganz einfach keines vorhanden ist) eine befreiende Wirkung. Wir machen das, was möglich ist und liegen damit schon ziemlich weit vor anderen, die zwar das Geld haben, aber keine Gemeinschaft.

Storybook (Drehbuch), das Ausloten des technisch machbaren – und so weiter – sind in der Schublade, d.h. es kann los gehen. Für mich immer der schönste Moment, bei der Neugestaltung einer Homepage. Unter „live-Bedingungen“ ging es Anfang Juli los. „Duftmarke“ für den Start war das große Feuerwehr-Event-Wochenende, Nassbewerb, 100jähriges Feuerwehr-Jubiläum. Das war zwar gut überlegt, setzte uns alle gehörig unter Druck. Meine Intension ging in die Richtung, da habe wir erst einmal viel zu schreiben und noch mehr aktuelle Fotos. Das verschafft für den Moment Rückenfreiheit.

Fertig wird man zwar nie mit einem interaktiven Web-Projekt, aber wir hatten uns auf die Übergabe Ende Juli / Anfang August unverbindlich geeinigt. Web-Agenturen arbeiten sicherlich konzentrierter, kennen sich aus und kosten allein deshalb viel, viel Geld. Dafür brauchen sie oft entsprechend länger. Viel länger. Nur wenn ein Projekt teuer ist, scheint es etwas wert zu sein. Schon wieder ein Anspruch, dem wir nicht gerecht werden können, mangels Masse.

Alle notwendigen Vorbereitungen laufen parallel. Dazu kommen die Fragen des Hostings und der Datenbank-Technik. Damit eine Homepage „world-wide“, also weltweit, im Internet angeschaut werden kann, braucht es einen Provider, der seine gewaltigen Server (Hochleistungsrechner) zur Verfügung stellt. Eigene gehen auch, kosten wiederum viel Geld. Du erinnerst Dich: Geld haben wir nicht. Noch nicht mal wenig. Diese Fragen sind geklärt und abgewickelt. Bis jetzt haben wir für die eigentlichen Arbeiten knappe sechs Wochen gebraucht. Ich schätze vorsichtig, drei Wochen werden wir noch an der Grundausgabe arbeiten. Zum Schluss kommen ausreichende Tests, letzte Korrekturen, Feinschliff-Arbeiten, Navigations-Checks, Team-Workshops und manches mehr hinzu.

Mex Dullnig hat jahrelang, im Rahmen seiner Aufgaben für die Freiwillige Feuerwehr Mieming eine wohl durchdachte Homepage gestaltet. „Von Hand“, das heißt, er hatte den Hintergrund-Code in HTML geschrieben. Wenn Ihr einen Quelltext anschauen möchtet, klickt auf Eurer Maus die Menü-Taste an (rechte Taste) und wählt „Quelltext“ oder „Seitenquelltext“. HTML heißt „Hypertext Markup Language“, texbasierte Auszeichnungssprache – ohne HTML ist eine Homepage nicht sichtbar). Heute kombinieren wir HTML mit PHP und MySQL (alles klar, werden jetzt die meisten sagen, so weiß man doch…). Code- und Datenbanksprachen, ohne die heute im Internet nichts geht. Die technisch saubere und gute Homepage ist mit einem Haus vergleichbar. Sie hat eine Architektur, ein Fundament, ein Innenleben wie Installation und (verkürzt) eine innere und äußere Behaglichkeit (Optik). Dazu kommt noch ihre Benutzerfreundlichkeit. Die Homepage soll (wenn Sie gut ist) sich selbst erklärend öffnen.

Hohe Ansprüche, wir versuchen weiterhin die Messlatte hoch zu halten – auch wenn wir keine Alleskönner sind. Meine persönliche Mission endet als Frontmann nach Abschluss der Kernaufgaben. Dann übernimmt Medien-Chef Markus Mex Dullnig, der im Hintergrund schon kooperativ und sehr angenehm mitarbeitet. Mex wird dann, nach einer Weile des Einarbeitens, andere Feuerwehrleute mit ins Boot holen. Seine Redaktion wäre damit aufgestellt.

Bleibt an dieser Stelle noch zu sagen: Ich freue mich sehr, dass unsere Netzwerk-Idee Gestalt annimmt. Viele bislang – auch die Mieminger Dorfzeitung – haben sich für die Netzwerk-Arbeit im Rahmen Ihrer Öffentlichkeitsarbeit entschieden. Unser Kommunikationsnetzwerk nennen wir „Mieminger Kette„. Hinter der Gebirgs-Bezeichnung steht für alle Miemingerinnen und Mieminger Herzblut, Ernsthaftigkeit, Verlässlichkeit, Kameradschaft, Teamfähigkeit, Vertrauen und Engagement. Die „Mieminger Kette“ arbeitet frei, unabhängig und ohne feste Strukturen miteinander. Vergleichbar mit den Mieminger Sängern (haben gerade ihr 50jähriges Jubiläum gefeiert) oder unsere Dorfbäuerinnen u.a. Wir haben entschieden, keinen neuen Verein – den „Verein der Vereine“ zu gründen und uns stattdessen auf der Ebene der Freiwilligkeit, ohne gewählte Hierarchie, zu betätigen. Was wir alle machen, geht nur gut in Augenhöhe untereinander.

Mein Aufruf in diesem Zusammenhang: Hilf mit, drücke uns alle vorhandenen Daumen, engagiere Dich in unserem Netzwerk! Die Idee dazu wurde übrigens mit „Mieming-Online“ geboren.

Schlussbemerkung: Sprache entlarvt – meine Sprache outet mich als zugereisten „Piefke“ (mein sehr geschätzter Freund, Felix Mitterer, hat diesen zugewandten Begriff in Österreich kultiviert, wofür ich ihm immer dankbar sein werde. Hat er doch uns vorurteilsfreie Menschen miteinander ins konstruktive Dauer-Gespräch gebracht. Ich lebe seit rund neun Jahren in Mieming, versuche aus Respekt nicht tirolerisch zu reden und engagiere mich nicht nur für die Dorfzeitung, Mieming-Online und andere neue Medien für die Gemeinde. Ich habe auch Ziele. Wer sich dafür interessiert, mag sich herzlichst eingeladen fühlen, mich auf meiner ganz persönlichen Homepage zu besuchen: www.knutkuckel.de. Ich freue mich auf jede neue Begegnung. Danke, für Deine Zeit.